Camille & Piers Faccini - One of these things first - A Take Away Show from La Blogotheque on Vimeo.
20 November 2009
19 November 2009
17 November 2009
territorial pissings
Das Überfliegen der blogosphäre an einem trägen Abend neulich gestattete mir erneut einen Einblick in die Welt der jungen Linken, Marxisten, Communisten und wie sie alle heißen. Was vor allem auffiel, waren ihre Gedanken, die stets um zweierlei bloß sich drehten: den guten alten Marx und die anderen Linken oder Marxisten, Communisten und Antideutschen. So sehr es auch zu begrüßen ist, dass ein kritischer Geist andere Geister kritisiert, die nur kritisch sich gebärden es aber nicht sind, so sehr verfährt man dabei aber nach dem Prinzip nach allem in Reichweite auszuschlagen, um damit die Hilflosigkeit zu verbergen, dass, um den wahren Gegner zu schlagen, der Arm zu kurz ist. Am Ende bewirft man sich wild mit Zitaten, versucht den anderen zu übertrumpfen und übersieht dabei, was man da eigentlich betreibt: Sophisterei.
Aber das kennt man ja länger schon aus einschlägigen Kreisen, wie dieser Brief der Jungsozialisten des Bezirks Rheinland-Hessen-Nassau an die Mitglieder des Juso-Bundesausschusses zeigt. Gefunden in Vorwärts, 25.9. 1975:
"Liebe Genossinnen und Genossen, Theoriediskussion und politische Ausseinandersetzung bei Jungsozialisten haben, dies wird zunehmend spürbar, nicht mehr immer ganz sinnvolle Formen angenommen. Ein großer Teil der Diskussion kreist ausschließlich um die Frage, wer eigentlich marxistisch, konsequent marxistisch, unmarxistisch-revisionistisch, marxoid, entmarxend u.a.m. sei. Neuerdings reicht selbst das Zitieren von Marx alleine nicht mehr aus, um als nicht-marxophob zu gelten, da bestimmte Zitate von Marx selbst unmarxistisch sind und zum Beleg der Tatsache, daß man ein konsequenter Marxist ist, bestimmte andere Marx-Zitate notwendig sind. Jeder, der das nicht tut, ist tendentiell Ent-Marxer, mindestens aber kein konsequenter Marxist, oder noch schlimmer, Marx-Abweichler, der in einer konsequent marxistischen Organisation natürlich keinen Platz haben kann, bestenfalls aber nur leicht-marxistisch, was aber auch schon ein ziemlich schwerer Vorwurf ist..."
Aber das kennt man ja länger schon aus einschlägigen Kreisen, wie dieser Brief der Jungsozialisten des Bezirks Rheinland-Hessen-Nassau an die Mitglieder des Juso-Bundesausschusses zeigt. Gefunden in Vorwärts, 25.9. 1975:
"Liebe Genossinnen und Genossen, Theoriediskussion und politische Ausseinandersetzung bei Jungsozialisten haben, dies wird zunehmend spürbar, nicht mehr immer ganz sinnvolle Formen angenommen. Ein großer Teil der Diskussion kreist ausschließlich um die Frage, wer eigentlich marxistisch, konsequent marxistisch, unmarxistisch-revisionistisch, marxoid, entmarxend u.a.m. sei. Neuerdings reicht selbst das Zitieren von Marx alleine nicht mehr aus, um als nicht-marxophob zu gelten, da bestimmte Zitate von Marx selbst unmarxistisch sind und zum Beleg der Tatsache, daß man ein konsequenter Marxist ist, bestimmte andere Marx-Zitate notwendig sind. Jeder, der das nicht tut, ist tendentiell Ent-Marxer, mindestens aber kein konsequenter Marxist, oder noch schlimmer, Marx-Abweichler, der in einer konsequent marxistischen Organisation natürlich keinen Platz haben kann, bestenfalls aber nur leicht-marxistisch, was aber auch schon ein ziemlich schwerer Vorwurf ist..."
wiedermal:
palace brother
um
12:12
09 November 2009
29 Oktober 2009
Wie gewohnt präsentiert sich die Jahresbestenliste auf diesem blog wieder in höchst unsortierter Form und stellt ebensowenig Anspruch auf Vollkommenheit. Dennoch, die Ausnamewerke sind dabei. Die vielen Hits, Gossips Heavy Cross oder aber auch Lady Gagas Überhit Pokerface fehlen, obwohl auch sie für ein musikalisch variables Jahr stehen, in dem die Grenzen zwischen Pop und Avantgarde immer mehr verschwimmen. Zwar hatte ich in diesem Jahr so wenig Zeit für Musik wie lange nicht, aber die Alben die geblieben sind, sind Meisterwerke. Oder können noch dazu werden. Musik hört sich manchmal erst groß. Die Gewalt ist rasch...
Hildur Gudnadottir
Without Sinking
Ein epochales Instrumentalwerk. Sphärisch tragende Klänge, die im Geiste Bilder der kargen und brüchigen isländischen Landschaft entstehen lassen. Das Cello, mal drohend, mal aus der Tiefe des Raumes erwachend prägt dieses Meisterwerk der Stille. Kein unerwartetes Wunder ist es dennoch, wenn man weiß, dass Gudnadottir schon gemeinsame Sache mit dem international ausgezeichneten Johann Johannson machte, dessen Alben dieselbe mysthische Ruhe evozieren wie Without Sinking.
Soap & Skin
Lovetune for Vacuum
Bereits hier besprochen muss wenig ergänzt werden, bloß dass Lovetune for Vacuum immer noch da steht, wo man es zu Beginn des Jahres verortete: an der Spitze der diesjährigen Veröffentlichungen. Ein unbequemes Stück leidenschaftlicher Emotionalität.
Avishai Cohen
Aurora
Fast wie ein Gegenentwurf zur dissonanten Radikalität einer Anja Plaschg wirkt das letzte Album des israelischen Bassisten Avishai Cohen. Ein Gewebe aus orientalischer Klangfarbe und westlichen Jazz lullt den Zuhörer ein, lässt ihn nicht mehr los. Und gerade der Gesang Cohens findet auf diesem Album endlich den Rahmen, den er braucht. Das Album ist einer der großen Geheimtipps dieses Jahres und wer noch kein Weihnachtsgeschenk hat, könnte dem geneigten Musikfreund hiermit eine wahre Freude bereiten.
Element of Crime
Immer Da Wo Du Bist Bin Ich Nie
Noch nicht lange auf dem Markt ist das neuste Werk von Element of Crime und Cheftexter und Sänger Sven Regener bereits zum absoluten Favoriten geworden. Es sind die Geschichten voller Leben und Nüchternheit, die so bewegen. Es sind diese Zeilen, die man Tage mit sich trägt und die einen verfolgen, die dieses Album so unvergesslich machen. Es ist die Herbstzeit, der sich die Musik nahtlos einfügt. Es ist der Grandezza der gesamten Band zu verdanken, die auch nach zwanzig Jahren Bandgeschichte, ein solches Stück Musik raushauen kann.
JJ
JJ N° 2
Wenig ist in Erfahrung zu bringen über die Mitglieder der schwedischen Band JJ, die mit N°2 ihr Albumdebut gibt, das so voller Melodien und Popappeal steckt, dass es trotz wenig Öffentlichkeit zum Indiegeheimtipp mutierte. Allen voran der Opener Things Will Never Be The Same Again ist eine glanzvolle Perle der Popmusik. Zuckersüßer Gesang, hier und da Blings und Geigen, das ist das Rezept für unvergessliche Stunden voller Schwelgerei.
V.A.
Dark Was The Night
Dieser Benefizsampler versammelt so ziemlich alles was Rang und Namen hat in der Szene und packt es zusammen auf ein Doppelalbum voller Überraschungsmomente. So darf David Sitek With A Girl Like You zum besten geben, The Books gemeinsam mit Jose Gonzales eine gelungene Nick Drake Coverversion präsentieren und auch Ben Gibbard und Feist treffen sich beim Train Song in bester Muse. Heimlicher Überhit des Albums bleibt dennoch die entrückend schöne, sehr langsam wachsende Nummer von Yeasayer, das leidklagende Tightrope. Außerdem dabei: Bon Iver, Arcade Fire, Beirut, Grizzly Bear, Cat Power, Iron & Wine, Sufjan Stevens, Antony, Conor Oberst, The National... und und und. Akkustische Pflichtlektüre!
Antony & The Johnsons
The Crying Light
Konsequenterweise ist es das Album des Jahres. Dieses neue Meisterwerk aus der Schmiede von Antony & The Johnsons, das so hoch thront, dass es der Welt entwachsen scheint. Von Her Eyes Are Underneath The Ground bis hin zu Aeon schwebt die Musik in eigenen Sphären. Dabei ist sie so geerdet wie wenige Popmusik heute. Reduziert auf die nötigste Instrumentalisierung bietet die Musik Raum für den feenhaften Gesang Antonys. Seine Alben sind allesamt Großtaten und jedem sei dringest ein Konzertbesuch anzuraten. Ohne diese Musik geht es nicht mehr.
Animal Collective
Merryweather Post Pavillion
Zuletzt noch der unumgängliche Drogentrip des Jahres. Das beste Beach Boys Album, das je auf Speed und LSD aufgenommen wurde. Das radikalste, progressivste Himmelfahrtskommando. Ein Sommermärchen voller Schweißperlen reinsten Acids. Bilderwelten auf dem inneren Auge und die optische Täuschung schon auf der LP. Es fehlen einem die Worte dafür, deshalb: Worüber man nicht reden kann, das muss man hören!
Hildur Gudnadottir
Without Sinking
Ein epochales Instrumentalwerk. Sphärisch tragende Klänge, die im Geiste Bilder der kargen und brüchigen isländischen Landschaft entstehen lassen. Das Cello, mal drohend, mal aus der Tiefe des Raumes erwachend prägt dieses Meisterwerk der Stille. Kein unerwartetes Wunder ist es dennoch, wenn man weiß, dass Gudnadottir schon gemeinsame Sache mit dem international ausgezeichneten Johann Johannson machte, dessen Alben dieselbe mysthische Ruhe evozieren wie Without Sinking.
Soap & Skin
Lovetune for Vacuum
Bereits hier besprochen muss wenig ergänzt werden, bloß dass Lovetune for Vacuum immer noch da steht, wo man es zu Beginn des Jahres verortete: an der Spitze der diesjährigen Veröffentlichungen. Ein unbequemes Stück leidenschaftlicher Emotionalität.
Avishai Cohen
Aurora
Fast wie ein Gegenentwurf zur dissonanten Radikalität einer Anja Plaschg wirkt das letzte Album des israelischen Bassisten Avishai Cohen. Ein Gewebe aus orientalischer Klangfarbe und westlichen Jazz lullt den Zuhörer ein, lässt ihn nicht mehr los. Und gerade der Gesang Cohens findet auf diesem Album endlich den Rahmen, den er braucht. Das Album ist einer der großen Geheimtipps dieses Jahres und wer noch kein Weihnachtsgeschenk hat, könnte dem geneigten Musikfreund hiermit eine wahre Freude bereiten.
Element of Crime
Immer Da Wo Du Bist Bin Ich Nie
Noch nicht lange auf dem Markt ist das neuste Werk von Element of Crime und Cheftexter und Sänger Sven Regener bereits zum absoluten Favoriten geworden. Es sind die Geschichten voller Leben und Nüchternheit, die so bewegen. Es sind diese Zeilen, die man Tage mit sich trägt und die einen verfolgen, die dieses Album so unvergesslich machen. Es ist die Herbstzeit, der sich die Musik nahtlos einfügt. Es ist der Grandezza der gesamten Band zu verdanken, die auch nach zwanzig Jahren Bandgeschichte, ein solches Stück Musik raushauen kann.
JJ
JJ N° 2
Wenig ist in Erfahrung zu bringen über die Mitglieder der schwedischen Band JJ, die mit N°2 ihr Albumdebut gibt, das so voller Melodien und Popappeal steckt, dass es trotz wenig Öffentlichkeit zum Indiegeheimtipp mutierte. Allen voran der Opener Things Will Never Be The Same Again ist eine glanzvolle Perle der Popmusik. Zuckersüßer Gesang, hier und da Blings und Geigen, das ist das Rezept für unvergessliche Stunden voller Schwelgerei.
V.A.
Dark Was The Night
Dieser Benefizsampler versammelt so ziemlich alles was Rang und Namen hat in der Szene und packt es zusammen auf ein Doppelalbum voller Überraschungsmomente. So darf David Sitek With A Girl Like You zum besten geben, The Books gemeinsam mit Jose Gonzales eine gelungene Nick Drake Coverversion präsentieren und auch Ben Gibbard und Feist treffen sich beim Train Song in bester Muse. Heimlicher Überhit des Albums bleibt dennoch die entrückend schöne, sehr langsam wachsende Nummer von Yeasayer, das leidklagende Tightrope. Außerdem dabei: Bon Iver, Arcade Fire, Beirut, Grizzly Bear, Cat Power, Iron & Wine, Sufjan Stevens, Antony, Conor Oberst, The National... und und und. Akkustische Pflichtlektüre!
Antony & The Johnsons
The Crying Light
Konsequenterweise ist es das Album des Jahres. Dieses neue Meisterwerk aus der Schmiede von Antony & The Johnsons, das so hoch thront, dass es der Welt entwachsen scheint. Von Her Eyes Are Underneath The Ground bis hin zu Aeon schwebt die Musik in eigenen Sphären. Dabei ist sie so geerdet wie wenige Popmusik heute. Reduziert auf die nötigste Instrumentalisierung bietet die Musik Raum für den feenhaften Gesang Antonys. Seine Alben sind allesamt Großtaten und jedem sei dringest ein Konzertbesuch anzuraten. Ohne diese Musik geht es nicht mehr.
Animal Collective
Merryweather Post Pavillion
Zuletzt noch der unumgängliche Drogentrip des Jahres. Das beste Beach Boys Album, das je auf Speed und LSD aufgenommen wurde. Das radikalste, progressivste Himmelfahrtskommando. Ein Sommermärchen voller Schweißperlen reinsten Acids. Bilderwelten auf dem inneren Auge und die optische Täuschung schon auf der LP. Es fehlen einem die Worte dafür, deshalb: Worüber man nicht reden kann, das muss man hören!
wiedermal:
palace brother
um
16:40
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